Schmerzensgeld

FĂŒr SchmerzensgeldansprĂŒche gilt der Paragraph §235 Abs. 2 BGB.

  • Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann EntschĂ€digung in Geld nur in den durch das Gesetz bestimmten FĂ€llen gefordert werden.
  • Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermö­gensschaden ist, eine billige EntschĂ€digung in Geld gefordert werden.

 
Folgende Kriterien sind fĂŒr die Bemessung des Schmerzensgeldes wesentlich:

  • der Grad des Verschuldens,
  • die GesamtumstĂ€nde des Falles
  • das verletzungsbedingte Maß und die Dauer der LebensbeeintrĂ€chtigung,
  • die GrĂ¶ĂŸe, die Heftigkeit und die Dauer der Schmerzen und Leiden,
  • die Dauer der Behandlung und der ArbeitsunfĂ€higkeit,
  • die Absehbarkeit des weiteren Krankheitsverlaufes,
  • Fraglichkeit der endgĂŒltigen Heilung,

An der Stelle greifen Schmerzensgeldtabellen.
Hierbei gilt zu beachten, dass so genannte Bagatellverletzungen wie etwa Prellungen, kleinere SchĂŒrf- und Platzwunden und sog. Halswirbelschleuder-Syndrome ohne objektiv (röntgenologisch) nachweisbare Verletzung der körperlichen Substanz nach Auffassung zahlreicher Gerichte nicht zu einem Schmer­zensgeldanspruch fĂŒhren. BestĂ€tigt wurde diese Ansicht auch durch den Bundesgerichtshof.
Es soll nicht derjenige mit einem Schmerzensgeld belohnt werden, der „gut jammert”.
Gerade bei kleineren Verletzungen, die keine stationĂ€re Behandlung oder operative Maßnahmen fordern, sollte man akribisch dokumentieren. Dabei gilt, je hĂ€ufiger Arztbesuche aus Anlass der unfallbedingten Verletzung stattfinden und umso lĂ€nger die Ă€rztlich attestierte Dauer der ArbeitsunfĂ€higkeit ist, umso höher ist die Erwartung fĂŒr das Schmerzensgeld.